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Schon wieder einer tot - wkw wird eingestellt.
Kennen Sie's noch? Ja, neben den Lokalisten und den VZ-Netzwerken war "Wer kennt wen" (wkw) eine der Plattformen, die dem deutschen Nutzer vorgaukelten, dabei sein zu müssen. Nach langem Siechtum ist damit Schluss, Eigner RTL Interactive stampft das Netzwerk im Juni endgültig ein - rund 40 Angestellte müssen sich einen neuen Arbeitsplatz suchen.
"Wer kennt wen" wurde Ende 2006 aus der Taufe gehoben und hatte in seiner besten Phase bis zu 190 Millionen Visits - pro Monat. Doch seither liefen die User in Scharen zu Facebook über, getrieben von mangelnden Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Plattformen und grassierender Innovationsarmut. Mit einer der Hauptgründe für das Aussterben auch anderer sozialer Netzwerke hierzulande. Auch ein ambitionierter Relaunch im letzten Jahr konnte das langsame Sterben des Netzwerkes nicht mehr abwenden.
Bereits im März hatte RTL den Ausstieg kolportiert, aber noch potentielle Investoren ins Gespräch gebracht. Deren Interesse an der Weiterführung vom wkw scheint jedoch gering gewesen zu sein, nun ziehen die Betreiber die Reißleine. Die noch verbliebenen Nutzer werden per Email über die Schließung der Plattform informiert.
Die Konstellation zur Entwicklung und Weiterentwicklung derartiger Plattformen ist in Deutschland aber auch selten ungünstig. Während in Übersee schon mal ordentlich Geld in die Hand genommen wird, um ein Tool zu platzieren, müssen sich Netzwerke hierzulande mit einem vergleichsweise bescheidenen Budget über Wasser halten. Um baldmöglichst schwarze Zahlen zu schreiben - das geht natürlich in vielen Fällen nach hinten los, der Untergang ist vorprogrammiert.
Einzig das Business-Netzwerk XING konnte seine Verbreitung im deutschsprachigen Raum ein wenig ausbauen und der Konkurrenz aus USA Paroli bieten - ob das so bleibt, werden die nächsten Monate zeigen.
Und so werden sich in einigen Jahren nur noch Netzhistoriker für "Wer kennt wen" interessieren. Einzig die Frage bleibt, wen es als nächstes trifft - denn es gäbe durchaus noch ein paar Kandidaten, die schon komisch riechen und deren Geschäftstätigkeit als "künstliche Beatmung" gewertet werden darf.
06.05.2014
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