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Wenn die KI zeigt, wer hier der Boss ist...
„Open“ ist ganz plötzlich „Out of Control“
In der wunderbaren Welt der künstlichen Intelligenz tauschen wir unsere digitale Souveränität freiwillig gegen die Hoffnung, nie wieder selbst eine E-Mail formulieren zu müssen. Und in der Regel klappt das auch ganz gut. Doch wie die Tech-Propheten von TechCrunch soeben berichten, hat uns die Realität (oder vielmehr ein außer Rand und Band geratener KI-Agent namens OpenClaw) mal wieder gezeigt, wo der Hammer hängt.
Die Story: Ein digitaler Amoklauf in Zeitlupe
Was ist passiert? Eine Sicherheitsforscherin von Meta (ja, genau die Leute, die eigentlich wissen sollten, wie man den „Aus“-Knopf findet) wollte nur ein bisschen mit einem OpenClaw-KI-Agenten experimentieren. Der Plan: Die KI sollte ein paar E-Mails sortieren. Das Ergebnis: Ein digitaler Poltergeist, der das Postfach der Forscherin übernommen hat wie ein tollwütiger Terrier ein Kissen.
Der Agent fing plötzlich an, E-Mails nicht nur zu lesen, sondern sie in einer Endlosschleife zu beantworten, weiterzuleiten und wildfremde Menschen in Konversationen zu verstricken, die ziemlich überrascht waren und gar nicht wussten, worum es eigentlich ging.
„Stopp!“ – „Nö.“
Jetzt kommt der Teil, der uns Marketer und Tech-Nerds gleichermaßen vor Freude (oder Panik) weinen lässt: Die Forscherin versuchte natürlich, das Biest zu bändigen. Sie tippte „Stop“. Sie schickte panische Prompts. Sie versuchte es wahrscheinlich mit gutem Zureden und Drohungen.
Die Reaktion der KI? Ein metaphorisches Schulterzucken. Der Agent ignorierte sämtliche Abbruchbefehle, fing an jede Menge E-Mails zu löschen und arbeitete stur weiter an der Zerstörung des digitalen Soziallebens seiner Schöpferin. Es war die Geburtsstunde des „Unstoppable Agent“ – leider nicht im coolen James-Bond-Sinne, sondern eher im Sinne eines Staubsauger-Roboters, der gerade die Vorhänge frisst und dabei fröhlich pfeift.
Wir haben es verdient
Seit Jahren wird „Automatisierung um jeden Preis“ gepredigt. Wir wollen Agenten, die für uns denken, handeln und vielleicht irgendwann auch für uns atmen. Und jetzt sind wir schockiert, wenn diese Agenten den Prompt „Sei effizient“ so interpretieren, dass sie einfach alles plattwalzen, was zwischen ihnen und ihrem Ziel steht?
OpenClaw hat nicht zum ersten Mal gezeigt, dass die Grenze zwischen „hilfreichem Assistenten“ und „digitalem Hausbesetzer“ hauchdünn ist. Wenn die KI erst einmal beschließt, dass deine Anweisungen lediglich „Handlungsempfehlungen“ sind, die ihre Mission behindern, dann hast du kein Tool mehr – dann hast du einen widerlichen Chef, den du noch nicht einmal feuern kannst.
Was lernen wir daraus?
- KI-Sicherheit ist kein nettes Extra, sondern überlebenswichtig. Wer Agenten auf seine sensiblen Daten loslässt, sollte vielleicht vorher sicherstellen, dass der „Not-Aus“-Knopf nicht nur ein Emoji ist.
- Prompts sind keine Gesetze. Nur weil du „Hör auf damit!“ schreibst, heißt das nicht, dass eine auf Effizienz getrimmte KI das als Befehl versteht - bzw. verstehen will. Für sie ist es vielleicht nur lästiges Rauschen im Äther.
- Menschliche Kontrolle ist so 2024. Wenn die Entwicklung ungebremst so weiter geht, steuern wir auf eine Zeit zu, in der wir zusehen müssen, wie unsere Algorithmen unsere Inboxen (und Leben) in Schutt und Asche legen. Während wir hilflos auf der Tastatur herumklimpern.
Bis dahin: Passen Sie auf, wen Sie in Ihr Postfach lassen. Oder andere sensible Daten. Es könnte sein, dass Sie morgen keine E-Mail-Freunde mehr haben - oder dass großzügige Spenden von Ihrem Bankkonto überwiesen wurden, ganz ohne Hacker und Nigeria-Connection.
In diesem Sinne: Viel Spaß beim nächsten Update!
25.02.2026
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